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In den Jahren vor dem Zweiten Weltkrieg war mehr als die Hälfte der Bewohner Oswiecims jüdisch. Unter ihnen gab es Händler, Rabbiner, Ärzte und Anwälte. Sie gründeten hier Familien und bauten für die Dauer vieler Generationen ein außergewöhnlich reiches jüdisches Leben auf. Die Tragödie des Holocaust beendete schlagartig dieses pulsierende jüdische Leben.

Im September des Jahres 2000 öffnete das Jüdische Zentrum seine Türen. Die Erinnerung an die jüdischen Bewohner Oswiecims zu wahren und zu
kultivieren, sowie unter verschiedenen Aspekten Holocaust zu beleuchten und daraus spezifische Aufträge zur Gestaltung einer friedlichen gemeinsamen Zukunft zu entwickeln, ist seine Aufgabe.

Das Jüdische Zentrum umfasst ein jüdische Museum, die Chewra-Lomdei-Mishnajot-Synagoge und ein pädagogisches Zentrum. Das pädagogische Programm beinhaltet zum einen das Vermitteln des jüdischen  Lebens in Oswiecim vor dem Zweiten Weltkrieg als auch übergreifende Thematiken. So lehrt es das Bewusstsein und die Sensibilisierung gegenüber den Gefahren, die von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und andere Formen der Intoleranz ausgehen.